Liebster Award – Umzug

Hallöchen,

ich danke euch für die Nomierungen zum liebser Award und da ich bisher eh kaum schlafen konnte, hab‘ ich einfach mal einen „kurzen“ Beitrag zu euren Fragen verfasst. ;D

Im gleichen Atemzug dann auch die Info zum Umzug meines Blogs, was die letzten Tage / Wochen klammheimlich im Hintergrund passiert ist. 😛

Das ist mein letzter Post unter dieser Adresse, weiter gehts (auch mit meinen Antworten / Nomierungen) unter:

http://rummelschubser.de/blog/

Dort ist auch alles bisherige zu finden (bis auf diesen Beitrag) und klar muss ich mich hier und da noch einfuchsen / Kleinigkeiten ausmerzen, aber so im Groben und Ganzen ist der Umzug durch.

Verändern tut sich nur die Adresse, der Inhalt bleibt gleich ;D als würde euer Lieblingsjoghurt eine neue Verpackung bekommen. ^^

 

Schönen Start in die Woche Jungs und Mädels! ❤

Advertisements

Vitamin D3

Wilkommen zum heutigen Bildungsauftrag ^^
Da mich immer öfter mal Nachrichten á la „Nimmst du Vitamin D3?“
„Nimm Vitamin D3 hochdosiert!“ „Wie sieht dein D3 Spiegel aus?“ etc. erreichen, ist das heutige Thema: Vitamin D3

Ja, alles Klausurrelevant! ;P & vorab zu sagen: nur meine Meinung, keine Empfehlung – bin auch nur ein Laie, notfalls müsst ihr den Arzt konsultieren und wer keinen Bock hat sich durch das alles zu wälzen – am Ende gibts ein Fazit. ;D

Man findet ja im Netz auch hierzu wieder allerhand und ich glaube viele beschäftigen sich leider nicht ausreichend mit der Materie / schmeißen Geld zum Fenster raus / knallen sich div. Pillen rein, einfach um auf die entsprechenden IE’s (internationale Einheiten) zu kommen. Also hab ich mir das auch mal angeschaut und lass euch daran teilhaben. Soll ja was drann‘ sein und womöglich gar bei Krebs helfen O_O ;D

Also habe ich mir folgende Fragen gestellt:
Was ist das sagenumwobene Vitamin-D3?
Woher kommt es? Wie entsteht es? / Wie kann man es zu sich nehmen? Was bewirkt es? Was für eine Rolle spielt es im Körper? Nebenwirkungen?
Warum wird überall Vitamin-K1/K2 empfohlen?
Wieviel benötigt man / ab wann ist es ein Mangel?
Zu viel möglich?
Wie messbar?
Nmol/L in mg/L?!?! wtf
Probleme in der Umwelt?

Also geht’s los mit der Frage, wat is dit überhaupt?

Ich spreche hier vom bereits eingebürgerten Vitamin-D3 oder für die Labor-Junkies eben gern „1α,25(OH)2-Cholecalciferol „.

Das Ganze ist laut meiner Recherche schon mal nicht zu 100% als Vitamin zu bezeichnen, sondern eher eine Art Prä-Hormon, da bei der körpereigenen Produktion nämlich auf sogenannte Hormon-Vorstufen (namentlich „7-Dehydrocholesterol“) zurückgegriffen wird und erst im weiteren Verlauf das Calcitriol (oder alle es nennen: Vitamin D3) entsteht. Im Fachchinesisch wäre die aktive Form vom Prohormons Vitamin D3 und als Secosteroid zu bezeichnen. Aber Vitamin verkauft sich einfach besser. ;D

Wie entsteht das / woher kommt das?

Es kann im Körper mit Hilfe vom körpereigenen 7-Dehydrocholesterol und der lieben Sonne (durch UVB-Lichtexposition / Dorno-Strahlung) in der Haut gebildet werden und somit selbständig den Haushalt wieder auffüllen. Dabei wird erst ein Prävitamin D3 erschaffen, welches photolabil ist, was soviel heißt, wie: Es muss schnell weiterverarbeitet werden, da es sonst, bei weiterer UVB-Strahlung, in den nächsten 8 Stunden zum physiologisch inaktiven Lumisterol und zu Tachysterol abgebaut wird. Also ab über die Leber rein in einen Speicher, der vor zu schnellem Abbau rettet:

Zwischenfazit:
7-Dehydrocholesterol + UVB => Prävitamin D3 + thermische Isomerisierung => Vitamin-D3
Vitamin-D3 ins Blut + Leber => Calcidiol (25(OH)-Vitamin-D3 (Speicher für Vitamin-D3)))

Calcidiol bindet sich dann in der Leber an ein Vitamin-D-bindendes Protein und landet dann als 1,25(OH)2D3 Calcitriol im Blutkreislauf und kann dann wie ein Steroidhormon wirken. Das heißt, es wird an einen Vitamin-D-Rezeptor gebunden und in darüber in den Zellkern transportiert.

Da geht’s dann auch schon los, denn das Gerät kann ja nur andocken, wo auch Rezeptoren vorhanden sind also ist die ganze Wirksamkeit von der Rezeptordichte der jeweiligen Zelle abhängig. Aber auch hier hat die Natur was geschaffen und lässt unterschiedliches Gewebe die Rezeptoren unterschiedlich regulieren.

Zwischenfazit:
Vitamin-D3 / Calcitriol ist eher ein Hormon und hat als dieses eine regulierende Wirkung im Körper.

Wenn Calcitriol erst einmal im Zellkern angekommen ist, „assoziiert der Vitamin-Rezeptor-Komplex an die DNA und verändert die Transkription verschiedener Vitamin-D-sensitiver Gene, was schließlich zu Änderungen in der Proteinsynthese mit entsprechenden biologischen Wirkungen führt.“20

Nachstehend ein paar Beispiele, u.a. aus einer nicht repräsentativen Studie aus Graz30, wie das Calcitriol dann letztendlich wirken kann:

Bauchspeicheldrüse30
die Insulinausschüttung wird beeinflusst
Gehirn:30
in bestimmten Abschnitten erhöht es die Aktivität der Cholinacetyltransferase
Muskeln30
direkter Effekt auf den Calciumtransport
Haut30
hemmt es die Proliferation von Kelratozyten und fördert deren Differenzierung
Blut30
fördert die Bildung der roten Blutkörperchen
fördert das Überleben und die Tätigkeit von Makrophagen und Monozyten.
hemmt es Proliferation und Aktivität von T-Lymphozyten
unterdrückt damit die Immunabwehr
in verschiedenen Tumorzellen30
teils hemmende Wirkung auf die Zellproliferation (Zellteilung und Zellwachstum)
Beispiel: „Bei einer Gefäßverletzung setzen die Thrombozyten (Blutplättchen) ein Mitogen frei, den Platelet Derived Growth Factor (PDGF). Dieser Wachstumsfaktor löst die Zellproliferation aus und ermöglicht damit die Heilung der Wunde. Ist die Wunde geschlossen, wird die Proliferation durch andere Botenstoffe wieder gestoppt.“60

Gesichert ist aber, dass Calcitriol vier Zielorgane hat: Darm, Knochen, Nieren und Nebenschilddrüse.

Darm
essentiell wichtig, um Calcium und Phosphat im Dünndarm absorbieren zu können
bestenfalls ist hierfür ein Spiegel von >32 ng/ml im Blut40
Knochen
hier ist Calcitriol für die Entwicklung und Erhaltung eines gesunden, mineralisierten Skelettes wichtig
die Arbeit der Osteoklasten (Knochenabbau) und der Osteoblasten (Knochenaufbau) kann beeinflusst werden
kann im Worst-Case / bei starker Überdosierung zu Knochenabbau führen
der kann wiederum mit Vitamin-K1 / K2 unterdrückt werden50
dadurch wird verhindert, dass sich das Calcium in den Arterien ablagert und diese verstopft
Natürliche Vitamin K Quellen:
K1: Grünkohl, Brokkoli, Blumenkohl, Rosenkohl, Weisskohl
K2: Weisskohl (in Form von Sauerkraut)
Petersilie/Schnittlauch
Avocado

Im höheren Alter ist zwischen dem tatsächlichen Mangel an Vitamin D mit klinischen Symptomen und einer unzureichenden Vitamin-D-Versorgung zu unterscheiden.
Letztere bedeutet, dass der Körper das, was im Organismus vorhanden ist, nicht nutzen/umwandeln kann und somit auch die ausreichende Zufuhr / Nahrungsergänzung nichts bringt. Kann man auch gleich Geld in den Kamin werfen. Heißt: Wenn die Blutwerte einen niedrigen Wert ausgeben, kann es auch andere Ursachen für einen Vitamin-D-Mangel geben.

Wie viel Vitamin-D benötigt man / ab wann ist es ein Mangel?

http://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/vitamin-d/

https://www.vitaminexpress.org/de/vitamin-d-dosierung

Ich habe mir bisher keinen Kopf darüber gemacht und habe beim letzten Blutbild den Wert mit auswerten lassen: 46.8nmol/L „schon bisschen zu wenig“ denn Richtwert ist hier: 50-150nmol/L

Wer von den Einheiten noch nie was gehört hat und dennoch mal Vergleiche anstellen will, nachstehend mal ein Umrechner:
http://www.endmemo.com/medical/unitconvert/Vitamin__D.php
(molaren Konzentrationseinheiten, wobei 1ng/ml etwa 2,5nmol/l 😉 )

Zu viel möglich?
„Eine Vitamin-D-Überdosierung führt zu einer überstimulierten Calcium-Absorption im Darm und Calcium-Resorption aus den Knochen und daher zu einer Hyperkalzämie (Calcium im Serum > 2,75 mmol/l) und zu einer Hypercalciurie (Calcium-Ausscheidung > 10 mmol/24h). Dies führt zu folgenden Wirkungen:
Die Nieren werden geschädigt durch Kalkablagerungen, das führt zu einer verringerten glomerulären Filtrationsrate. Andererseits können die Nierentubuli den Urin nicht mehr so gut konzentrieren, was vorübergehend zu einer Polyurie und einer sekundären Polydipsie führen kann. Beides führt zu einer funktionellen Niereninsuffizienz.
Die längerfristige Hypercalcämie kann ferner zu Calciumeinlagerungen in Weichgewebe wie Blutgefäßen, Herz, Lungen, Muskeln und Sehnen führen.
An den Knochen resultiert eine Osteoporose.
Weitere Symptome insbesondere chronischer Überdosierung sind:
Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Erbrechen, Verstopfung, Bauchkrämpfe, Bluthochdruck, Psychosen
Muskel- und Sehnenschmerzen, Kopfschmerzen
bei Kindern: Wachstumsstörung, persistierende (anhaltende) Körpertemperaturerhöhung, Irritabilität (Reizbarkeit)
Starke Überdosierungen können zum Tod führen.“70

Messung durch Blutbild

Die Bestimmung des Vitamin-D-Spiegels im Blutserum reflektiert nur die Vitamin-D-Aufnahme mit der Nahrung bzw. die Eigensynthese in der Haut während der letzten Stunden bis Tage. Für eine Untersuchung des längerfristigen Vitamin-D-Status ist die Bestimmung des Calcidiol-Spiegels im Blut, in das Vitamin D3 in der Leber rasch umgewandelt wird (siehe oben), sinnvoller. Die Halbwertszeit des Calcidiols in der Blutzirkulation ist je nach Vitamin-D-Gesamtstatus 1–2 Monate. Bis sich nach einer Änderung der täglichen Vitamin-D-Zufuhr ein neues Fließgleichgewicht mit einem dann wieder stabilen Serumwert einstellt, vergehen bis zu vier Monate.

Probleme in der Umwelt

zu wenig Aufnahme über die Nahrung
5-20% über Nahrungsaufnahme
sind wir mal ehrlich, auch Sonnenlicht ist bei den meisten von uns Mangelware (8-5 Job im Herbst / Winter, Kellerbüro, …. 😉 )
an sonnigen Sommertagen wird der Tagesbedarf allein hierdurch um ein Vielfaches gedeckt
in den Wintermonaten jedoch ist eine Bildung durch Sonnenexposition wegen des fehlenden UV-B-Anteils im Sonnenlicht gar nicht möglich. Die im Sommer aufgebauten Vitamin-D-Reserven im Körper und die Nahrung sind dann alleinige natürliche Quellen
Smog oder das Ozon
Fensterglas absorbiert nahezu alle UVB-Anteile im Sonnenlicht
Sonnencreme behindert die Vitamin-D3-Produktion bereits bei LSF 8 um mehr als 97 %
Ein Solarienbesuch ist in der Regel nicht förderlich, da die Haut hier meist mit UV-A- und nicht mit UV-B-Licht bestrahlt wird.

Fazit:
Jo, steckt schon was dahinter, aber mit Vorsicht zu genießen (nicht ohne Vitamin K1/K2) und mit gesundem Menschenverstand einsetzen (keine 2491924IE / Tag reinballern ^^). Werde das mal ausprobieren und überwachen.
Und für alle die ne gute Alternative suchen:
Vitamin D2 aus Pilzen o.ä. wird auch zu Calcitriol
https://de.wikipedia.org/wiki/Ergocalciferol

Lasst’s euch schmecken & gute Nacht.

PS Warum sind die ganzen Skandinavier noch nicht ausgestorben?
😉

Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/7-Dehydrocholesterin
https://de.wikipedia.org/wiki/Isomerisierung
http://www.genome.jp/dbget-bin/www_bget?cpd:C05443
https://de.wikipedia.org/wiki/Vitamin-D-Rezeptor
https://de.wikipedia.org/wiki/Calcitriol
20 https://de.wikipedia.org/wiki/Calcitriol#Bindung_an_den_Vitamin-D-Rezeptor
30 Die Seite ist zwar nicht mehr erreichbar, aber das Internet vergisst ja nie 😉
https://web.archive.org/web/20160902193037/http://www.medunigraz.at/cms/cms.php?pageName=301&newsId=1609
40 http://jn.nutrition.org/content/135/2/317.full
50 http://www.altmedrev.com/publications/10/1/24.pdf
60 https://de.wikipedia.org/wiki/Zellproliferation#Beispiel_f.C3.BCr_Proliferation
70 https://de.wikipedia.org/wiki/Hypervitaminose_D#Symptome