Zeit ist relativ – nachdenklich an der Spree


Zum Thema akzeptiere die Diagnose, aber nie die Prognose:

Die, die den Blog seit geraumer Zeit verfolgen, wissen, wie sehr man die kleinen Dinge zu schätzen lernen kann. Dazu gehört auch die einem zur Verfügung stehende Zeit. Das lasse ich auch so stehen, da sie einem wirklich nur (von wem/was auch immer 😉) zur Verfügung gestellt wird – wir alle müssen uns, früher oder später, mal die Radieschen von unten angucken.

Keine Sorge 😂 niemand muss später Radieschen züchten und dann bis in alle Ewigkeit den Topfboden anstarren. 🙈 Ich unterstelle einfach, dass das Sprichwort und dessen Bedeutung bekannt ist. 😜

Wenn ich mal zurückdenke, wie ich bei der Diagnose „malignes Glioblastom IV“ von der Ärzten keine „Restzeit“ gesagt bekam und mich im Internet selbst diagnostizierte / Studien verfolgte und über Begriffe wie:

gestolpert bin, habe ich nach 27/jetzt ja schon 28 Jahren gemerkt, was ich eigentlich in meinem (bisherigen) Leben bereits für Möglichkeiten hatte und was man alles genutzt / teils ungenutzt gelassen hatte.

Im Freundes-/Bekanntenkreis haben mittlerweile nicht wenige Kinder, Eigenheime oder gar beides. Machen wir uns nichts vor:

Das Leben, was man als Teenie immer belächelt hat. 😉

Ich weiß, dass die Chancen, dass ich das noch mitmachen muss, relativ gering stehen, aber an alle da draußen: genießt jeden einzelnen Moment 😁✌

Ich bin jetzt (ca. 15:45 Uhr) seit dem alles auslösendem Anfall ca.

  • 13915800 Sekunden,
  • 231930 Minuten,
  • 3865 Stunden, 30 Minuten,
  • 161 Tage, 1 Stunde, 30 Minuten,
  • 23 Wochen, 1 Stunde, 30 Minuten oder
  • 5 Monate, 10 Tage, 1 Stunde, 30 Minuten
  • alt und kann auf jede Sekunde ohne Reue zurückblicken. 😁
    Und ja, ab und zu überkommt auch mich Mal so’ne philosophische Phase. 😂✌

    Genießt den freien Tag, geht an die frische Luft, atmet Mal bewusst tief ein und aus & lasst mal die kleinen Sorgen beiseite – es gibt schlimmeres. 😁😉

    Peace ✌🍻

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    18 Gedanken zu „Zeit ist relativ – nachdenklich an der Spree

    1. Keine Ahnung ob du schon immer ein so reflektierter und gelassener Mensch warst. Falls nicht, dann hat dein Glioblastom vielleicht Anteil daran 😉
      Ist auch ganz egal wie und wann du so wurdest – für mich zählst du zu einer jener Menschen, die wie ein strahlender Stern am Himmel leuchten. Während ich hoffe da irgendwann auch mal hinzukommen, mental, versteht sich.
      Ich mag Radieschen. Und den Tod sollte niemand aus seinem Leben ausklammern, denn er kommt ja eh.
      Das ist jetzt alles ein bisschen kitschig geworden ☄️☄️☄️ aber du bist halt nun mal so ein funkelnder Stern, den ich mit etwas Ehrfurcht in den Augen angucke.
      Ich gebs auf – das krieg ich heute ohne Kitsch nicht hin 😀

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      • Voll süüüüß 😁✌
        Ein Stern, der hoch am Himmel steht 🎶🎵💕😁👍
        Reflektierend seit dem ganzen Zirkus und gelassen hätte ich mir vorher eine 5/10 gegeben, denn erst im Krankenhaus und während der ganzen Wartezeiten hab ich gelernt, was Geduld ist 🙄🙈😂 und das ist kein Hexenwerk 😉✌ Dinge, die man nicht selbst in der Hand hat/nicht selbst ändern kann, sind eben so wie sie sind und über alles andere kann man sich bei Gelegenheit einen Kopf machen – da fallen schon 60%/Tag von deinen Schultern 😇👌

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    2. Ich finde es bewundernswert wie Du mit Deiner Krankheit und Deiner Prognose umgehst. Als Unbeteiligter (zumindest ist bis jetzt nichts anderes bekannt) wacht man kurz auf, wenn ein Einschlag in der Nähe kommt. Man hält kurz inne und macht dann weiter wie bisher. Dass das Leben endlich ist, ist einem eigentlich gar nicht bewusst.

      Ich wünsche Dir einen schönen Abend und nocht recht lange positive Gedanken.

      Liebe Grüße
      Harald

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    3. … ein wunderbarer, nachdenklichenswerter beitrag, lieber erik!
      letztlich weiß doch tatsächlich niemand, wieviel zeit ihm bleibt.
      deshalb unterschreibe ich das voll und ganz und – ich freue mich sehr, dass es du es bis hierher so gut geschafft hast! ich wünsch dir noch ganz viel schöne zeit!
      einen lieben gruß von diana

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      • Ja ich war über mich selbst erstaunt. 😂✌ Selbst mein Arzt sagte nach den OP’s immer stellen sie sich vor sie fahren Fahrrad und werden vom Auto/Lkw erwischt. Das hätte Ihnen auch niemand voraussagen können. Irgendwie hat er damit ins Schwarze getroffen – Wahrsagerei kann Mut machen,aber dann kommt die bittere Erkenntnis das alles vergänglich ist 😁👌
        Danke dir & LG Erik

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    4. So schnell wirst Du keine Radieschen von unten ansehen müssen – das sagt mir mein Gefühl. Ist ja auch nicht besonders interessant.
      Du beeindruckst mich jeden Eintrag aufs Neue. Du bringst mich zum Schmunzeln und zum Nachdenken. Danke dafür.
      Wie wahr mein Lebensmotto doch ist: was Du heute kannst Entkorken, das verschiebe nicht auf morgen … 🙂 in diesem Sinne … fröhliche Grüße aus HD.

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    5. Interessanterweise lässt uns (mich auch) erst so ein „Donnerschlag“ innehalten und die Sicht auf die Dinge und das Leben ändern: wir leben im Jetzt, das genossen werden sollte – nicht in der Vergangenheit, nicht in der Zukunft. Und jeder kann morgen vor nen Bus laufen…also geniesst das Leben, jeden Moment und die kleinen Dinge, die das Leben ausmachen. Ärgern über Belanglosigkeiten? Mach ich seit „meinem“ Donnerschlag nicht mehr – das ist Zeit-und Energieverschwendung. Und: die Sängerin von Roxette lebt seit 17 Jahren mit einem Hirntumor – die Hoffnung stirbt zuletzt! Hab einen schönen Abend, ahoi aus Hamburg

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    6. Ich finde, du hast das genau richtig gesagt. Die Diagnose muss man irgendwie akzeptieren und mit ihr leben lernen, aber wie viel Zeit einem wirklich noch bleibt, kann niemand sagen – auch kein Arzt. Nicht umsonst gibt es Langzeitüberlebende und jeder hat das Recht daran zu glauben auch einer zu werden💪 Das sagen wir meinem Papa auch immer😊
      Lass dich nicht unterkriegen!!!
      Liebe Grüße🍀

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      • #truestory 😂✌
        Und sowas wie der glaube kann Berge versetzen etc. ^^ einfach gucken, wie weit man gehen kann und auf seinen Körper hören kann einem da schon viel zuspielen 🙂 danke dir & deinem Dad auch alles erdenklich gute 🙂

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    7. Nicht ganz einfach hier zu antworten. Aber ich glaube schon, dass, wenn man ‚ewig‘ Zeit hat und die Radieschen scheinbar noch nicht in Sicht sind (wer weiß, wen es beim nächsten Unfall trifft), es mit der Wahrnehmung / Würdigung der Zeit nicht so ernst nimmt. Aus dem Gefühl heraus, genügend zu haben, wird da schon echt ne Masse verplemmert, allein wenn man bedenkt, über was man sich alles stundenlang aufregen kann.
      Früher gab es ‚Memento moris‘ in Form von Skulpturen und Bildern – heute wird diese Aspekt gerne ausgeklammert – und das macht Deinen Blog auch so wertvoll.

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      • Musste ich erstmal Google füttern 😁
        Ja gut, ich wollte jetzt auch keine schwarzmalerei betreiben 🤔😂 jeder ist seines Glückes Schmied😎 aber vllt sollte man einfach schon Mal damit anfangen und nicht jedes mal „aus einer Mücke einen Elefanten“ machen – ist auf Dauer nicht gut für die Gesundheit 😂✌
        Danke für die Blumen 😱😁🎈

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